Betrieb, Wartung & Service
Die Anlage zu bauen ist das Projekt. Sie zehn Jahre zu betreiben ist das Geschäft. Vier Dinge, die Sie vor der Entscheidung geklärt haben sollten, bei uns wie bei jedem anderen Anbieter.
Wenn sie um 5 Uhr nicht lädt
Sie melden die Störung an der Servicenummer aus dem Wartungsvertrag, nicht beim Vertrieb. Was danach passiert, läuft in einer festen Reihenfolge.
Remote-Überwachung: der Fehler fällt meist vor Ihnen auf
Alle Ladesäulen sind über die S-Charge Energy Platform angebunden und werden im Betrieb überwacht. Störungen werden dadurch oft erkannt, bevor Sie sie am Hof bemerken.
Die Reihenfolge im Störungsfall
| Schritt | Was passiert |
|---|---|
| 1. Ferndiagnose | Ladepunkt aus der Ferne zurücksetzen, Fehlerspeicher auslesen, Firmware prüfen. Das dauert Minuten und löst den größeren Teil der Fälle. |
| 2. Ausweichregel | Bleibt der Ladepunkt aus, greift die Regel, die wir bei der Auslegung mit Ihnen festgelegt haben: welches Fahrzeug den verbleibenden Ladepunkt zuerst bekommt und welches einmal an die öffentliche Säule fährt. |
| 3. Vor-Ort-Einsatz | Erst danach fährt jemand raus. Ob Anfahrt und Ersatzteile enthalten sind, regelt der Servicevertrag. |
Deshalb legen wir ab drei Fahrzeugen nie nur einen Ladepunkt aus: ein Depot mit einem einzigen DC-Punkt hat keinen Ausfallplan, es hat ein Risiko.
Was der Wartungsvertrag abdeckt
- Remote-Überwachung aller Ladepunkte über die Plattform, inklusive Ferndiagnose und Fernrücksetzung.
- Turnusmäßige Prüfung der Anlage sowie die Fernwartung im laufenden Betrieb.
- Vor-Ort-Einsätze durch den Servicetechniker, wenn die Ferndiagnose den Ladepunkt nicht zurückholt.
- Software-Updates für Ladesäule und Backend über die Laufzeit.
- Mit Wartungsvertrag: Reaktion innerhalb von 24 Stunden, bundesweit, betreut von drei deutschen Standorten aus.
Was im Servicevertrag steht und was Sie vergleichen sollten
Der konkrete Leistungsumfang und die Reaktionszeiten werden im Servicevertrag festgeschrieben. Ohne Vertrag gibt es keine zugesagte Reaktionszeit. Das gilt für jeden Anbieter.
Achten Sie beim Angebotsvergleich auf den Unterschied zwischen Reaktionszeit und Wiederherstellungszeit sowie darauf, ob Ersatzteile und Anfahrt enthalten sind. Wir legen Ihnen die Konditionen im Angebot schriftlich vor.
Wartung, Entstörung und Plattformbetrieb sind laufende Posten, keine Einmalkosten. Wie sie in die Gesamtrechnung eingehen, steht unter Kosten & Wirtschaftlichkeit.
Eichrecht ist kein Siegel
Sobald Sie Strom nach Kilowattstunden abrechnen, ist das keine Frage des Komforts, sondern eine gesetzliche Pflicht.
Rechnen Sie geladenen Strom gegenüber Mitarbeitern, Subunternehmern oder Fremdfahrern nach Kilowattstunden ab, muss die Ladestation eichrechtskonform sein. Das gilt in Deutschland seit dem 1. April 2019. Ohne eichrechtskonformen Zähler dürfen Sie für den geladenen Strom keine Rechnung stellen.
Wo das im Alltag zählt
- Abrechnung gegenüber Dritten: Subunternehmer, Fremdfahrer oder Mieter, die auf Ihrem Hof laden. Hier greift die Pflicht unmittelbar.
- Erstattung an Fahrer: Wer Mitarbeitern oder Dienstwagenfahrern die geladenen Kilowattstunden erstattet, braucht dafür einen Messwert, der einer Prüfung standhält, je Ladevorgang und je Nutzer nachvollziehbar.
- Eigene Fahrzeuge auf eigene Kosten: Hier ist keine Abrechnung gegenüber Dritten im Spiel. Die eichrechtskonforme Messung hilft trotzdem, den Verbrauch je Fahrzeug und Kostenstelle sauber zuzuordnen.
MID-Konformität allein genügt nicht
Eine MID-Konformität der Messeinrichtung ist Voraussetzung, aber kein Nachweis der Eichrechtskonformität. Nachgewiesen wird über die PTB-Baumusterprüfung des konkreten Säulenmodells. Lassen Sie sich diese Zulassung zeigen, bei uns wie bei jedem anderen Anbieter.
Unsere Ladesäulen erfüllen die Anforderungen ab Werk; die Messeinrichtung ist MID-konform (Notified Body 0366). Zu beachten bleibt die wiederkehrende eichrechtliche Nachprüfung der Messeinrichtung, solange Sie nach Kilowattstunden abrechnen. Die Nachprüfung gehört in die Betriebskostenrechnung, nicht in die Investitionssumme.
Wer laden darf
Die Freigabe entscheidet, wer auf wessen Kosten lädt. Das legen Sie fest, nicht die Säule.
Die Freigabe läuft über RFID- oder NFC-Karten. Damit trennen Sie sauber, wer auf wessen Kosten lädt: eigene Fahrzeuge, Mitarbeiter-PKW, Subunternehmer auf Ihrem Hof.
Die Bausteine der Freigabelogik
- RFID/NFC-Leser an der Säule: Jede Karte ist einem Nutzer oder einer Kostenstelle zugeordnet. Kein Ladevorgang ohne Zuordnung.
- Ladekarte und App: Freigabe per Karte am Leser oder per App, wenn Nutzer ohne eigene Karte laden sollen.
- Roaming: Für öffentlich zugängliche Standorte lässt sich die Infrastruktur in bestehende Ladenetzwerke einbinden, damit auch Fremdkunden laden und abrechnen können.
- Gruppen und Rechte: Eigene Flotte, Mitarbeiter, Subunternehmer und Gäste bleiben getrennt, bis in die Abrechnung und ins Reporting.
Technisch sprechen die Säulen OCPP. Das ist der offene Standard zwischen Säule und Software. Er hält Sie beim Backend wechselfähig, statt Sie auf einen Anbieter festzulegen. Was die Plattform daraus macht, steht im nächsten Abschnitt.
Die S-Charge Energy Platform
Das Backend, über das Ihre Ladeinfrastruktur läuft: eine Oberfläche für Überwachung, Zugang, Abrechnung und Steuerung.
- OCPP-Backend: Anbindung der Ladepunkte über den offenen Standard. Kein proprietärer Zwang, Wechsel bleibt möglich.
- Monitoring: alle Säulen in Echtzeit, mit Fehlermeldung und Ferndiagnose statt Anruf beim Fahrer.
- Abrechnung: eichrechtskonform je Nutzer, je Karte und je Ladevorgang.
- Zugangsverwaltung: RFID- und NFC-Karten, Gruppen und Freigaben an einer Stelle gepflegt.
- Lastmanagement-Steuerung: Verteilung der verfügbaren Leistung auf die ladenden Fahrzeuge, gesteuert aus dem Backend.
- Reporting: Verbrauch, Ladevorgänge und Auslastung je Standort, Fahrzeug und Kostenstelle, als Grundlage für Erstattung und Nachkalkulation.
Alle vier Ladeklassen laufen über dieselbe Plattform: NOVA (AC-Ladesäule bis 22 kW), SIRIUS (AC 22 kW mit 55-Zoll-Outdoor-Display), ORION (DC-Schnelllader 50 bis 150 kW) und TITAN (HPC bis 420 kW). Ein gemischter Hof wird damit in einer Oberfläche betrieben, nicht in vier. Die Ladeklassen im Detail stehen unter Ladesäulen NOVA bis TITAN.
Drei Fragen, die Sie jedem Plattform-Anbieter stellen sollten
| Frage | Unsere Antwort |
|---|---|
| Wem gehören die Ladedaten? | Ihnen. |
| Komme ich wieder raus? | Ja, über OCPP: Der offene Standard hält Sie beim Backend wechselfähig. |
| Was kostet der Betrieb? | Im Angebot ausgewiesen, als eigene Position neben der Hardware. |
Uns eingeschlossen: Stellen Sie diese drei Fragen jedem Anbieter, den Sie vergleichen.
Funktionsumfang und Konditionen stehen im Angebot
Welche Funktionen Sie brauchen, hängt vom Standort ab: Ein Werkstatthof mit vier AC-Punkten wird anders betrieben als ein Ladepark mit HPC und Fremdkunden. Funktionsumfang und Konditionen der Plattform legen wir deshalb standortabhängig im Angebot fest.
Die Plattformkosten weisen wir dort als eigene Position aus, statt sie im Hardwarepreis zu verstecken. So sehen Sie über die Laufzeit, was Sie die Software wirklich kostet, und können sie mit anderen Anbietern vergleichen.
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Servicekonditionen im Klartext
Sagen Sie uns, wie viele Fahrzeuge auf Ihrem Hof stehen und wer bei Ihnen laden soll. Wir legen Leistungsumfang, Reaktionszeiten und Plattformkosten schriftlich neben die Hardware.