Kosten & Wirtschaftlichkeit

Was kostet das? Und was bringt es zurück?

Wir zeigen Ihnen die Rechnung offen statt hinter einem Schieberegler. Die Größenordnungen auf dieser Seite stammen aus typischen Depot-Projekten. Ihre echten Zahlen hängen an Netzanschluss, Bodenverhältnissen und Flottenprofil. Die klären wir im Erstgespräch.

Erfahrungswerte aus Depot-Projekten Kein Angebot, verbindlich wird es mit dem Angebot

So kommt die Größenordnung zustande

Ein Depot-Ladeprojekt besteht aus fünf Kostenblöcken. Die meisten Angebote weisen nur den ersten davon aus, und genau darum lassen sich zwei Angebote so schwer vergleichen.

Kostenblöcke eines Depot-Ladeprojekts beim Kauf
Kostenblock beim KaufWas dahinterstecktAnteil an der Investition
LadesäulenHardware inklusive Ladepunkte, Kabel und Zählertechnik. Der Posten, den die meisten Angebote als Einzigen ausweisen.40–55 %
NetzanschlussAntrag, Baukostenzuschuss, gegebenenfalls eigene Trafostation. Stark standortabhängig: der größte Unsicherheitsfaktor im Angebot.15–30 %
Tiefbau & MontageGräben, Fundamente, Kabelwege, Aufstellung, Inbetriebnahme. Hängt an der Entfernung zwischen Anschluss und Stellplatz.15–25 %
Lastmanagement & BackendSteuerung, Abrechnungssystem, Anbindung. Vergleichsweise klein, entscheidet aber darüber, wie viele Fahrzeuge Ihr Anschluss trägt.5–10 %
Planung & GenehmigungElektroplanung, Nachweise, Abstimmung mit Netzbetreiber und Behörden, Förderantrag.5–10 %
GesamtSchlüsselfertig bis zur ersten geladenen Achse100 %

Anteile sind Erfahrungswerte aus Depot-Projekten und variieren je Standort erheblich. Die Spannen gelten je Posten unabhängig voneinander und addieren sich deshalb nicht auf 100 Prozent. In einem konkreten Projekt tun sie das. Sie ersetzen kein Angebot.

Der Abstand zwischen zwei Investitionsspannen für vergleichbar große Höfe entsteht deshalb selten über die Ladesäulen. Er entsteht über den Netzanschluss, über den Tiefbau (also über die Entfernung zwischen Anschluss und Stellplatz) und über die Zahl der Ladepunkte, die Sie tatsächlich brauchen. Wer die Hardware vergleicht, vergleicht den Posten mit der kleinsten Streuung.

So kommt die Anlagengröße zustande

Beispielhof: mittelgroße Spedition, Fahrzeuge stehen nachts auf dem eigenen Gelände.

E-Sattelzüge im Depot20
Fahrleistung je Fahrzeug/Tag180 km
Verbrauch (Faustzahl)1,3 kWh/km
Energiebedarf pro Nachtrund 4.700 kWh
Ladefensterca. 9 Std.
Daraus folgt4 Ladepunkte à 180 kW

Und so rechnet sich der Betrieb

Nicht die Investition entscheidet, sondern was Sie pro Kilowattstunde sparen.

Öffentliches HPC-Laden, Richtwert55–70 ct/kWh
Gewerbestrom im Depot heute, ohne E-Flotte
Vollpreis inkl. Netzentgelt, Steuern und Umlagen (die Zahl von Ihrer Stromrechnung)
25–30 ct/kWh
Gewerbestrom mit E-Flotte, ohne Gegenmaßnahmerund 10 ct höher
Mit Lastmanagement und Speichernahe am Ausgangswert
Ersparnis je kWh im Depot25–45 ct

Eine Sache gehört zur Ehrlichkeit dieser Rechnung dazu: Wenn Ihre Flotte lädt, steigt Ihre Jahreslastspitze, und die bestimmt dauerhaft den Leistungspreis in Ihrem Netzentgelt. Ohne Gegenmaßnahme kostet Sie das einen Teil des Vorteils zurück. Genau dafür sind Lastmanagement und Speicher da. Wie viel es bei Ihnen ausmacht, steht in Ihrem Lastgang und in Ihrer Netzentgelt-Abrechnung. Diese beiden Zahlen brauchen wir, dann rechnen wir es aus.

Bei rund 1,2 Mio. kWh Jahresbedarf in diesem Beispiel bewegt sich allein dieser Hebel im sechsstelligen Bereich pro Jahr, vorausgesetzt, die Fahrzeuge laden tatsächlich überwiegend im Depot. Dazu kommen Eigenverbrauch aus PV, gekappte Lastspitzen und die THG-Quote.

Amortisation: realistisch 6 bis 10 Jahre

Das ist die Spanne, in der sich Depot-Projekte dieser Größenordnung nach Förderung typischerweise zurückzahlen. Nach oben oder unten verschieben es vor allem drei Dinge: wie hoch Ihr Anteil öffentlichen Ladens heute ist, wie teuer der Netzanschluss ausfällt und wie viel Förderung Sie tatsächlich erhalten. Eine belastbare Zahl für Ihren Hof bekommen Sie von uns im Angebot, nicht auf einer Website.

Zwei Wege zum eigenen Depot

Sie müssen nicht investieren, um elektrisch zu laden. Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt weniger an der Technik als an Ihrer Bilanz.

Weg 1

Sie kaufen die Anlage

Die Anlage gehört Ihnen. Sie tragen die Investition, bekommen die Förderung und behalten alle Erträge, auch die aus Eigenverbrauch und THG-Quote.

  • Investition liegt bei Ihnen
  • Förderung fließt an Sie
  • Betriebsrisiko liegt bei Ihnen
  • Die Anlage gehört Ihnen und bleibt als Asset in Ihren Büchern
  • Amortisation 6 bis 10 Jahre, unter den Vorbehalten aus dem Abschnitt oben

Passt, wenn Sie ohnehin investieren wollen, Förderung mitnehmen können und die Anlage langfristig als eigenes Asset führen möchten.

Weg 2

Ein Dritter investiert und betreibt

Sie investieren nichts. Die Anlage entsteht auf Ihrem Hof, wird für Sie geplant, gebaut und betrieben, und Sie zahlen über die Laufzeit den geladenen Strom statt einer Investitionssumme. Betriebsrisiko und Wartung liegen beim Betreiber. Wir prüfen dieses Modell gemeinsam mit unserem Partnernetzwerk und stellen es dem Kauf in Ihrer Depot-Analyse gegenüber. Laufzeit, Preisbindung und Konditionen hängen am Standort und werden im Erstgespräch geklärt. Auf dieser Seite finden Sie dazu bewusst keine Zahlen.

  • Keine Investition auf Ihrer Seite
  • Sie zahlen nur den geladenen Strom
  • Betriebsrisiko liegt beim Betreiber
  • Laufzeit nach Standortprüfung
  • Bilanz & Kreditlinien bleiben frei

Passt, wenn Ihr Kapital in die Flotte soll statt in die Infrastruktur, oder wenn Sie Planungssicherheit beim Strompreis über die ganze Laufzeit brauchen.

Der Unterschied in einer Zeile: Beim Kauf senken Sie Ihre Stromkosten und tragen dafür die Investition. Beim Betreibermodell tragen Sie keine Investition und bekommen dafür einen festen Preis je Kilowattstunde. Nach heutigen Größenordnungen liegt Solarstrom mit Speicher deutlich unter dem Netzbezug. Welcher Weg für Ihren Hof günstiger ist, rechnen wir in der Depot-Analyse durch. Beides sind Richtwerte, verbindlich wird es mit dem Angebot.

Drei Hebel, aus denen sich das Depot refinanziert

Die Investition ist die eine Seite. Zurück kommt das Geld über drei Wege. Der erste ist mit Abstand der größte.

Hebel 1

Depot statt öffentlich

Der mit Abstand größte Posten. Jede Kilowattstunde, die auf Ihrem Hof statt an der öffentlichen Säule fließt, spart nach heutigen Preisen 25 bis 45 Cent. Bei einem Sattelzug mit 180 km am Tag summiert sich das schnell auf einen fünfstelligen Betrag im Jahr, pro Fahrzeug.

Hebel 2

Eigener Solarstrom

Ein PV-Carport erzeugt Strom zu Gestehungskosten deutlich unter dem Netzbezug. Er deckt nicht den Nachtbedarf, aber Zwischenladungen am Tag und den übrigen Betriebsstrom. Der Speicher verschiebt einen Teil der Erzeugung in die Nacht.

Hebel 3

THG-Quote

Für Strom, den Sie an Elektrofahrzeugen abgeben, können Sie die Treibhausgasminderungsquote vermarkten. Das ist eine wiederkehrende Einnahme, die viele Fuhrparkbetreiber bei der Investitionsentscheidung übersehen. Die erzielbaren Erlöse schwanken mit dem Quotenmarkt.

Die zweite Hälfte der Rechnung: der laufende Betrieb

Die Investition ist einmalig, der Betrieb ist jedes Jahr. Wer nur die Anschaffung vergleicht, vergleicht die Hälfte.

Laufende Kostenposten im Betrieb einer Depot-Ladeinfrastruktur
Laufender PostenWas dahintersteckt
Wartung & EntstörungTurnusmäßige Prüfung, Fernwartung, Vor-Ort-Einsätze und Ersatzteile nach Servicevertrag.
Backend & PlattformBetrieb der Ladepunktsteuerung, Abrechnung, Nutzerverwaltung. Wir weisen das als eigene Position aus.
Eichrechtliche NachprüfungWiederkehrende Prüfung der Messeinrichtung, solange Sie nach Kilowattstunden abrechnen.
VersicherungErweiterung Ihrer Betriebs- und Elektronikversicherung auf die Ladeinfrastruktur.
Netzentgelt-LeistungspreisWird über Ihre Jahreslastspitze bestimmt. Genau hier wirken Lastmanagement und Speicher dauerhaft.

Richtwert: 2 bis 3 Prozent der Investitionssumme pro Jahr

So viel rechnen Sie für Betrieb und Instandhaltung, ohne den Strom selbst. Diese Kosten sind in der oben genannten Amortisationsspanne bereits berücksichtigt. Bei einem Angebot, das sie nicht ausweist, fragen Sie nach: Sie entscheiden über zehn Jahre, nicht über einen Kaufpreis.

Rechnen wir es für Ihren Hof durch.

Wir brauchen dafür Ihren Lastgang, Ihre Netzentgelt-Abrechnung und das Flottenprofil. Daraus entsteht die Depot-Analyse, mit Kauf und Betreibermodell gegenübergestellt.